Zivilistin mit Gepäck in Krasnij Bor, Okt. 1942

Eine ältere Frau sitzt auf einem großen Gepäckstapel an der Straße vor einem Haus in Krasnij Bor.

Nur sehr wenige von Grubers Fotos zeigen Zivilisten. Das viele Gepäck dieser Frau ist ein klarer Hinweis darauf, dass sie ihren Wohnort wechselt. Ob dies freiwillig geschah, oder ob das auf Anweisung der Besatzungsverwaltung erfolgte, ist unklar. Klar ist allerdings, dass auch neben den verbrecherischen Zwangsdeportationen weitere Zehntausende - wenn nicht gar Hunderttausende - Zivilisten aus legitimen militärischen Gründen ihre Häuser räumen mussten. Jeder und jede kann sich vorstellen, was das bedeutet, wenn das eigene Heim zur Kampfzone wird.

Zahlen und Schicksale: Während die Leningrader Blockade mit ihren über einer Million Toten, die überwiegend dem Hunger zum Opfer fielen, statistisch gut dokumentiert ist, bleibt das Schicksal der Zivilbevölkerung im direkten Frontbereich – wie hier im Raum Krasnij Bor/Kolpino – oft ein "blinder Fleck" der Überlieferung. Es existieren für diese lokalen Räumungen meist keine exakten Statistiken. Fest steht jedoch: Die deutsche Besatzungspolitik und die militärische Notwendigkeit zur Schaffung von "taktischen Zonen" führten dazu, dass ganze Dörfer entvölkert wurden. Was in den offiziellen Wehrmachtberichten als "Räumung aus militärischen Gründen" oder "Sicherungsmaßnahme" verzeichnet wurde, bedeutete für die Betroffenen den totalen Verlust ihrer Lebensgrundlage und den Beginn einer ungewissen Odyssee unter Lebensgefahr.

Den hinterlegten und kursiven Text lieferte im Juli 2026 die KI Gemini.