Militärische
Hintergrundinformationen
zur Heeresgruppe Nord und dem Überfall auf die Sowjetunion
Durch Nachfragen zu meiner Weltkriegs-Fotoseite bin ich
darauf aufmerksam gemacht worden, daß ich ich fast überhaupt nichts
über den Hintergrund der Fotografien wusste. Ja, bevor ich die
Fotos ins Netz stellte, wusste ich nicht einmal wo der Wolchow war,
denn nie habe ich mich besonders für das Militär oder Russland
interessiert. Zwar wusste ich von der Belagerung von Leningrad, als
Kind habe ich auch Auszüge aus einem Buch über die entsetzlichen
Zustände während der 900 Tage der Belagerung gelesen, doch über die
militärischen Aktionen dort war ich nicht informiert. Was ich
erfahren habe und noch erfahren werde, will ich auf dieser Seite
zusammentragen.
Für den einen oder anderen Tipp wäre ich dankbar!
Die Links auf dieser Seite werden voraussichtlich nicht sehr oft
aktualisiert werden, deshalb bitte ich um Nachsicht für den einen
oder anderen toten Link. Natürlich habe ich keinen Einfluß
auf fremde Inhalte, da diese sich kurzfristig ändern können. Bei
der derzeitigen Beschneidung der bürgerlichen Freiheiten ist auch
nicht vorhersehbar, was morgen für Gesetze gelten, deshalb meine
Bitte an den geneigten Surfer, mich bei Gesetzesverstößen auf
verlinkten Seiten zu informieren.
Der Webseiten-Betreiber
[Stand Frühjahr 2007]
Als erstes die Frage, bei welcher Einheit hat Lothar
Gruber (der Autor der Tagebücher und Bilder) gedient? Die Angaben
im Tagebuch sind eher diffus, da keine Division genannt wird, und
auch manche Namen in den Bildtiteln und im Tagebuch falsch
geschrieben bzw. ungenau sind.
Ganz sicher ist, daß er bei der Heeresgruppe Nord eingesetzt war.
Zumindest in Bezug auf die im Tagebuch erwähnte Artillerie kann
ich einen vollen Erfolg verbuchen. Die Art. gehörte zum Artillerie-Regiment 193, sowohl die erwähnte
französische 15,5 cm Batterie wie auch die Angaben über den ersten
Schneefall 1941 stimmen überein.
Bei der Division dürfte es sich um die 93. Infanteriedivision handeln. Dafür spricht
Kommandeur (ab 1.10.43) Generalleutnant Karl Löwrick, im Tagebuch
erwähnt als Empfänger des Eichenlaubes, "Reg. Kdr. Oberst Löverik"
(am 17. Mai 43). Diese Personen dürften identisch sein wenn Löwrik
zwischenzeitlich befördert wurde.
Dazu erhielt ich folgenden Hinweis (Danke nach Vienna!), den
ich im Folgenden wiedergebe:
"Mit einiger Sicherheit handelt es sich um die 93. ID, die eine
bestimmte Zeit im Verband des XXVI. AK, kämpfte. Kdr. waren
einerseits GL Otto Tiemann und vom AK Gen. Wodrig."
Beim Regiment herrscht keine völlige Klarheit. Es dürfte das
272. Grenadier-Regiment sein, auch diese Info
kam durch den Tipp.
Die Reste des 272. Grenadier Regiments wurden im Februar 1945 aus
dem Kessel nach Pillau verladen. Siehe "Kurlandkessel"
Auch beim Battallion ist die Sache durch den Hinweis klarer
geworden. Es existiert ein noch unveröffentliches Foto mit der
Beschriftung: "Verleihung des Ritterkreuzes an Major Müller Okt
42".
Ein Major Walter Müller war Kdr. II/272 GrenRegiment
und erhielt am 21.10.1942 das Ritterkreuz.
Zur Geographie, wo
trugen sich die geschilderten Ereignisse zu?
Wo und wie bedeutend ist eigentlich
ist der Fluß
Wolchow?
Die erwähnten Orte, Seen und Flüsse (auch der
unveröffentlichten Fotos):
Koplino ->
Kolpino
"Doppelname" ist ein Spitzname für: Troitza Schawitza
Owinovo oder Awinovo
Oranienbaum
Dno
Pustinky
Petrowo
Krasnoje-Selo
Newa
Newa-Bogen
Szablino -> Sablino
Sankowa
Tigoda (Fluß)
Peterhof
Gostilizy
Welikije-Suki ->
Welikije Luki
Bol Kamenka
Loknya
Barki
Dunajewo
Wolchow (Fluß) Ljuban
Tossna (Fluß & Stadt) -> Tosno (Stadt) Tosna
(Fluß)
Iwanowskoje
Narva
Lawolosstje
Tigoda-Brücke
Wetno
Cholm
Porozk
Woronino
Novaija
Pleskau
Lkrekino (auch Lrekino)
Peipas-See
Krassni-Bor ->
Krasnij Bor
Neva
Luga (Fluß)
Luban
Trachowschtschina-Sowat
Chablino (Choblino) -> Sablino
-> Für die
Berichtigung der Ortsnamen Dank an Serge!
Bei der in der Feldpost und dem Kriegstagebuch 1943 erwähnten
Unteroffiziersschule in "Deba" Polen, handelt es sich um den auch
heute noch von den polnischen Streitkräften genutzten
Truppenübungsplatz im heutigen Nowa Deba.
Unklar bleibt, auf was sich die Passage der Feldpost aus Deba -
vom 26.8.43 bezieht:"... denn wer weiss für was es gut gewesen ist.
Ich darf Dir das jetzt noch nicht schreiben, was hier passiert ist,
aber ich danke Gott, dass ich nicht mit dabei war."
Die sowjetische Seite, gibt es deutschsprachige Berichte
und wie werden die damaligen Ereignisse heute
gesehen?
Der andere der beiden größten Verbrecher der Menscheitsgeschichte
hat seine offiziellen Reaktionen auf den Angriff Hitlers in seinen
"
Werken" (die schriftlichen sind gemeint, nicht die der
millionenfachen Ermordung und Verschleppung missliebiger
Volksgruppen) verewigt. Wer es sich denn antun will... PDF-0,7
MB.
Ein Interview des "Stern" mit
Alexander Jakowlew, der ebenfalls am Wolchow gekämpft
hat.
Wie sahen die militärischen Operationen in diesem
Gebiet aus und was geschah im belagerten
Leningrad?
Eine einleitende kurze Zusammenfassung der Operation "
Barbarossa". Bei dieser Seite lohnen sich auch
weitere Klicks!
Bei der Frage ob der Überfall auf die UdSSR ein
Präventivkrieg war, haben die Gegner dieser These die
Oberhand behalten, doch war bei dem Charakter der beiden Diktatoren
ein Krieg früher oder später wohl unvermeidlich. Hitler sah
einfach den Zeitpunkt als für ihn günstig an. Die von Stalin durch
Mord ihrer Führungselite beraubte "Rote Armee" konzentrierte in
geradezu dilletantischer Weise im grenznahen Raum ihre Kräfte, dies
war jedoch keine Vorbereitung für einen Angriff. Das erklärte Ziel
von Fall 21 "Barbarossa" war auf jeden Fall die Eroberung von
"Lebensraum", die ansässige Bevölkerung sollte entweder verhungern
oder nach Sibirien umgesiedelt werden.
Operative Planungen der Wehrmacht für den Krieg
gegen die Sowjetunion
Die Tragödie von Leningrad ein Aufsatz aus
einer Wochenendbeilage der "Westfälischen Rundschau".
Ein stiller Völkermord, ein Artikel der "Zeit" über
die Belagerung Leningrads.
Der Name Wolchow ist auch mit dem Namen
Andrei Andrejewitsch Wlassow und dem tragischen
Schicksal der "Wlassov-Armee" verknüpft.
Stellvertretend
das Einzelschicksal eines Soldaten im
Zweiten Weltkrieg der den Krieg überlebt hat.
Der
Russlandfeldzug 1941–1945 bei
Wikipedia.
Das
Unternehmen Barbarossa von Wigbert Benz zeigt, daß schon
mit der Planung des Feldzuges der Hungertod von bis zu 30 Millionen
Sowjetbürgern billigend in Kauf genommen wurde.
"
Stahlkolosse" ein Beitrag des "Ära - Das
Magazin für Geschichte" über Panzertypen und -entwicklung.
"Tiger"-Panzer kamen erstmals am Wolchow zum Einsatz. Der Artikel
zeigt auch die völlige Unterschätzung der sowjetischen
industriellen Leistungsfähigkeit seitens der deutschen
Führung.
Die
Bilanz. Die Angabe der Toten des Krieges
schwankt stark. Vor allem die Zahlen aus der ehemaligen Sowjetunion
sind nicht zuverlässig. Auch kamen Millionen Menschen noch nach dem
offiziellen Kriegsende in alliierter Kriegsgefangenschaft und durch
die Vergeltungsmaßnahmen Stalins an ehemaligen kriegsgefangenen
Sowjetsoldaten und der Verschleppung ganzer Völker, die im Verdacht
der Kollaboration mit den Deutschen standen, ums Leben. Dazu zählt
auch die verschwundene, teils unter Gewaltanwendung seitens der
Westallierten an Stalin ausgelieferte Wlassow-Armee.
Militärische Abkürzungen:
Btl. Gef. Std.:
Fldw.:
Stuka:
Art.:
Gef St.:
Pak-Stand:
Kp.:
MG-Stand:
Rgt.:
Uffz.:
HKL:
Gr. Werfer:
Bataillons-Gefechts-Stand
Feldwebel
Sturzkampfbomber
Artillerie
Gefechts-Stand
Panzer-Abwehr-Kanonen Stellung
Kompanie
Maschinen-Gewehr Stellung
Regiment
Unteroffizier
Haupt-Kampf-Linie (Kampf-Front)
Granatwerfer
Weitere Danksagungen:
Dank an Karl (siehe Gästebuch) für die
Berichtigung der Panzertypen.
Danke auch an Martin, ebendort, für den Hinweis auf Abbildung 67,
daß es sich hierbei um das umgebaute Fahrwerk eines Panzers
handelt.
