Goldschätzchen, stell Dir doch einmal vor, der Krieg sei aus

Lothar Gruber, Fotos und Feldpost 1941 - 1944

Chablino, Verleihung des EK II (Eisernen Kreuzes); Gruber mit anderen Soldaten in einer angetretenen Gruppe.

Ein Bildchen das die Titelseite des Pdf-Dokumentes zeigt.
Goldschätzchen,
stell Dir doch
einmal vor,
der Krieg sei aus

140 Seiten
10 Abbildungen
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Am 6. September des Jahres 1944 fiel in Mitau / Lettland, im Alter von 22 Jahren, der aus Stuttgart-Zuffenhausen stammende Unteroffizier Lothar Gruber. Seine Leiche mußte "dem Feind überlassen" werden

Gruber diente ab 9. September 1941 im 1. Bataillon des 272. Regiments der 93. Infanterie-Division. Insgesamt also drei Jahre lang, wenn auch unterbrochen von einem Unteroffizierslehrgang und Fronturlaub, war Gruber somit als "Landser" Frontkämpfer in der Wehrmacht des dritten Reiches. Vor dem Einsatz an der Ostfront war er eine unbekannte Zeit lang Besatzungssoldat in Frankreich.
Er hinterließ viele Fotos und glücklicherweise blieben fast alle Briefe (mehr als 300!) die er seiner Freundin und späteren Frau schrieb, sowie die Kriegstagebücher von 1941 und 1943 erhalten.

Diese hier der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellte Ausstellung (Menüpunkte Foto 1-3) stellt eine Auswahl von 75 der insgesamt 219 bisher unveröffentlichten Photographien dar. Die als Erinnerungsfotos an ein großes Abenteuer gemachten Aufnahmen zeigen sehr oft einzelne oder in Gruppen für die Kamera posierende Soldaten oder, ohne nähere Erläuterung, nichtssagende Landschaften. Nur sehr wenige Fotos stellen authentische Kampfszenen dar, doch wurde öfters auch Kriegsgerät fotografiert. Diese Fotos wurden natürlich fast alle in diese Ausstellung aufgenommen.
Nach den Kämpfen von 1942 am Wolchow, dem Newa-Bogen und im Raum Cholm werden die Fotos 1943 seltener, um anscheinend Anfangs 1944 völlig aufzuhören. Soweit vorhanden, sind die Aufnahmen mit der Originalbeschriftung (in Anführungszeichen) versehen. Die darunter stehenden Kommentare stammen vom Autor dieser Seiten. Soweit auch Kommentare in Anführungsstrichen stehen, handelt es sich um Zitate aus den Tagebüchern oder Briefen.

Zu der hier gezeigten Sammlung kommen 8 Fotos in der 140 Seiten starken PDF-Datei (siehe Menüpunkt "Feldpost"). Im Gegensatz zu der Fotosammlung ist das Dokument mit den Briefen und Tagebüchern allerdings kostenpflichtig, doch bietet die Feldpostseite Leseproben. Erst im Kontext der Fotos mit den Briefen und den erhaltenen Tagebüchern ergibt sich das lebendige Bild eines Wehrmachtssoldaten im 2. Weltkrieg, seiner Träume und Sehnsüchte, Sorgen und Nöte, aber auch seiner politischen Weltsicht. Doch schon alleine die Fotografien sind erschütternde Dokumente, die nichts mit den gestellten Propaganda-Aufnahmen der Kriegsberichterstatter zu tun haben.
(In begründeten Fällen können Leute welche sich den gebührenpflichtigen Download des PDF-Dokumentes nicht leisten können, per Mail an den Webmaster wenden.)
Eine Seite aus dem Kriegstagebuch von 1941 in altdeutscher Schrift, glücklicherweise sind nur einige Seiten der Schriftstücke in Sütterlinschrift.Die Briefe enthalten neben sehr persönlichen Dingen auch Erfahrungsberichte über die Kämpfe im Raum der Heeresgruppe Nord im Bereich Leningrad, Cholm sowie den baltischen Staaten Estland und Lettland. Doch auch die Verpflegung, die den Soldaten gezeigten Kinofilme und sogar die Musik des Soldatensenders Belgrad bleiben nicht unerwähnt. Diese allgemeinen Informationen waren das Kriterium der in dem PDF-Dokument getroffenen Auswahl, zumeist handelt es sich dabei um Auszüge.
Die Tagebücher schildern in dürren Worten das Geschehen, oft besteht der Eintrag lediglich aus "Alles ruhig!". Manchmal jedoch dringen auch hier Einzelheiten durch, die in der Feldpost nicht erwähnt werden durften.
(Die Briefe und Tagebücher wurden natürlich nicht nur eingescannt, sondern abgetippt.)

Was von den ungefilterten Erfahrungen des Soldaten Gruber blieb, ist also mehr als das, was Millionen anderer Opfer des II. Weltkrieges hinterlassen konnten und sollte uns Nachgeborenen zur Mahnung dienen.
Besonders in Zeiten, in denen deutsche Soldaten wiederum in einem weit entfernten fremden Land einen aussichtslosen Krieg gegen einen unbesiegbaren Gegner führen, um fremden Völkern unsere Weltsicht aufzuzwingen.

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