Goldschätzchen, stell Dir doch einmal vor, der Krieg sei aus



Feldpost
Briefe des Soldaten Lothar Gruber
1942-1944


Eine Auswahl in Auszügen

Dritter Jahrgang

Feldpost Februar 1944


244.
Osten, 1. Februar 1944
...
Nun sind also meine Bilder fertig geworden. Du meinst ich sei sehr mager? Na, ich kann das nicht behaupten. Es geht mir doch sehr gut u. ich fühle mich auch ganz wohl. Das einzige was mir fehlt bist Du mein Goldschatz. Na ja, ich glaube dass Du bald Gelegenheit hast, Dich in Wirklichkeit davon zu überzeugen. Es ist ja klar, dicker kann man hier nicht werden. Mein liebstes Schätzchen, das Wetter ist noch gut. Es hat nun mal wieder etwa 10 cm Schnee. Heute war ein herrlicher Son­nenschein. Kalt ist es nicht.
Mein Brief vom 8.1. wurde also geöffnet. Na das ist nicht so schlimm. Da stand bestimmt nichts militärisches drin, aber das konnten sie ja nicht wissen, sonst hät­ten sie sich die Mühe gespart. ...


246.
Osten, 6. Februar 1944
Mein liebstes Goldschätzchen!
Heute komme ich nun endlich einmal ein wenig zum Schreiben. Mein über al­les geliebtes Goldschätzchen, es geht mir immer noch sehr gut. Wir sind wirklich unterwegs und dadurch komme ich nur noch ganz selten zum Schreiben. Du brauchst Dir deshalb aber keine Sorgen zu machen, denn es ist nichts los. Hier ist alles ruhig. ...


247.
Osten, 8. Februar 1944
Nach einem etwas kürzeren Marsch reicht es heute abend noch zu einem Brieflein an Dich. ... Wir haben jetzt wieder ein wunderbares Wetter. Es ist wohl wieder et­was kälter geworden, aber die Sonne scheint tagsüber schön warm. ...


249.
Osten, 18. Februar 44
Meine liebste H...!
Entschuldige bitte vielmals, dass ich Dir heute erst wieder schreibe, aber leider kam ich in der Zwischenzeit nicht nicht dazu. Am 11. musste ich den 2. Zug über­nehmen u. am 12. sind wir umgezogen. Marsch u. Fahrt machten zusammen rund 100 Kilometer. An unserem jetzigen Abschnitt ist es etwas lebhafter, aber es geht immer noch ganz gut. Zur Zeit habe ich eine Halsentzündung und bin beim Tross. Heute habe ich mich mal wieder als Koch betätigt. Ich habe beinahe 400 "Fleisch­küchle" gebraten. Für die ganze Kompanie 3 Stück pro Mann. Ach das war aber eine Arbeit. Ich habe dazu über 4 Stunden gebraucht. ...
Das mit der Halsentzündung ist ja weiter nicht schlimm und vergeht bald wie­der. Ja, meine Freia kann ich behalten. Es geht ihr sehr gut. Ich habe sie wirklich beim Tross bei einem guten Pfleger, da ich sie vorne nicht gebrauchen kann. Es wird ein sehr nettes Tier. Mein über alles geliebtes Goldschätzchen, mit dem Ur­laub ist es nun leider sehr miess geworden, weil wir ja dauernd unterwegs sind. ...
Mein liebstes Goldschätzchen, nun muss ich leider schliessen, denn soeben Kommt der Befehl zum Abmarsch. Nun geht es also wieder los. ...


250.
23. Februar 1944
Mein liebstes Goldschätzchen!
Heute habe ich nun endlich wieder ein wenig Zeit u. da muss ich Dir rasch ein paar Zeilen schreiben. Wir sind hier dauernd unterwegs u. da hat man zum Schrei­ben keine Zeit. Ich würde Dir ja so gerne mehr schreiben, wenn ich nur könnte. Mein liebstes Goldschätzchen, es geht mir immer noch sehr gut. Meine Halsent­zündung ist wieder weg. Es ist jetzt auch wieder etwas ruhiger. Ich bin jetzt einige Kilometer zurück bei der Führer-Reserve, aber deshalb haben wir doch auch so viel zu tun, dass wir immer beschäftigt sind. Aber immerhin ist es weniger gefährlich u. das ist ja viel wert. Heute bekommen wir Päckchen für Grosskampftage als Zulage. ... Ach wenn es doch endlich so weit wäre, dass ich in Urlaub fahren dürfte. Leider ist das aber zur Zeit ein Problem, da wir fast dauernd unterwegs sind. Wie lange das noch geht, weiss man ja nicht, aber hoffentlich nicht mehr zu lange.

Titelseite des Pdf-DokumentesGoldschätzchen, stell Dir doch
einmal vor,der Krieg sei aus
140 Seiten, 10 Abbildungen
1,4 MByte
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Autor: Peter Engelhardt
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