Goldschätzchen, stell Dir doch einmal vor, der Krieg sei aus



Feldpost
Briefe des Soldaten Lothar Gruber
1942-1944


Eine Auswahl in Auszügen

Dritter Jahrgang

Feldpost April 1944


258.
Osten, 1. April 1944
.... Wenn es doch nur endlich einmal so weit wäre, dass ich in Urlaub fahren könn­te. Leider gefällt es dem Russen aber nicht u. er will immer da hin wo wir auch sind. Das können wir aber nicht zu lassen u. da muss man halt schön geduldig war­ten. ...


259.
Osten, 2. April 1944
... Habt Ihr denn noch so schlechtes Wetter? Ach und dann müsst Ihr so viel im Kel­ler sitzen. Das ist ja das schlimmste. Diesen Halunken müsste einfach 50 Km vor Stuttgart der Motor stehen bleiben. Aber hoffentlich hört diese elende Schweinerei bald auf. Ich bin ja so froh, dass Dir bis jetzt noch nichts passiert ist und ich hoffe u. wünsche von ganzem Herzen, dass es auch immer so bleibt.


261.
Osten, 8. April 1944
Meine liebste H...!
Und wieder einmal sind wir auf grosser Reise. Wir haben heute schon 119 Km hinter uns gebracht. Gott sei Dank hatten wir Glück, denn wir beziehen jetzt eine gut ausgebaute u. ruhige Stellung. Morgen ist nun Ostern. Wir müssen leider mor­gen ablösen, aber es ist doch noch bedeutend besser so, als wenn wir noch da ge­blieben wären. Doch darüber dann mal später. ...
Ich werde mich jetzt schlafen legen. Ja, es ist erst 8 Uhr, aber das muss man ausnützen, da ich die letzten Tage kaum Schlaf hatte. ...


262.
Osten 10. April 1944
Meine liebste H...!
Recht vielen lieben u. herzlichen Dank für Deinen lieben Brief vom 24.3. den ich gestern mit grosser Freude erhielt. Mein liebstes Goldschätzchen, mein Brief vom 3.3. wurde also geöffnet. Ja mein Liebling, da kann man nie vorsichtig genug sein. was denkst Du, wie ich bestraft worden wäre, wenn da etwas drin gestanden hätte, wo wir sind. Ich würde es Dir ja gerne schreiben, dass Du es ganz genau wüsstest. Nun ja, so lange wird es ja hoffentlich nicht mehr dauern, dann kann ich Dir das alles erzählen. Am 14. April fahren nun mal wieder zwei Urlauber. Hoffent­lich geht es dann immer flott weiter, denn wir haben gestern nun eine sehr ruhige Stellung bezogen. Nun habe ich wieder einen schönen Bunker u. wir brauchen nicht mehr in Erdlöchern liegen. Ich führe nun einen Zug und fühle mich hier sehr wohl. Es geht mir auch sehr gut, nur meine Sehnsucht nach meinem über alles ge­liebten Goldschätzchen wird bald unerträglich. Ich hätte ja nie geglaubt, dass es so furchtbar lange dauern würde, bis wir uns endlich einmal wiedersehen dürfen.
Mein liebstes Goldschätzchen, es freut mich sehr, dass Dein Hals wieder in Ordnung ist u. dass es Dir gut geht. Ja mein Liebling, nun habe ich leider meine Freia verloren. Ach weisst, sie hat mir am Anfang doch sehr gefehlt u. es hat mir weh getan. Ich hatte mich so an das Tierchen gewöhnt u. hatte es sehr gern. Aber da lässt sich nun leider nichts mehr ändern. ...


263.
Osten, 13. April 1944
... Mein liebstes Goldschätzchen, mir geht es tatsächlich sehr gut. Du kannst das ruhig glauben. Ich werde Dir dann im Urlaub mal sagen warum. Wir sind leider schon wieder umgezogen, etwa 15 Km weiter nach Norden. Hier ist es noch ruhi­ger. Es ist eine sehr gute Stellung. Aber das hat alles nichts zu sagen, denn Urlaub würde mir bestimmt sehr gut tun. Da hast Du vollkommen recht. ...


264.
Ostern, 19. April 1944
Meine liebste H...!
Heute kann ich Dir nun endlich mal wieder schreiben. Nach 5 Reisetagen sind wir wieder in einer Stellung angekommen. Gestern Abend trafen wir hier ein. Es ist eine sehr gute u. sehr ruhige Stellung. Ich bin in einem prima Bunker aus Stahl u. Beton. Es ist ein sogenannter "U-Boot-Bunker", weil er oval gebaut ist und in Inne­ren mit einem Uboot zu vergleichen ist. Es ist wohl etwas eng hier, aber dafür um so sicherer. ...
Wenn euch nur die Flieger in Ruhe lassen würden. Mein liebstes Goldschätz­chen, nun sind wieder 2 Urlaubskarten gekommen, für den 23. April. Wenn diese zwei weg sind, stehe ich an 4. Stelle. Also kann es ja nicht mehr so lange dauern, dann bin ich endlich mal wieder bei Dir. Ach wenn es doch nur schon so weit wäre. Wenn man kurz davor steht, dann wird man so richtig ungeduldig. Es dauert halt auch immer viel zu lange. ...


266.
Osten, 21. April 1944
Meine liebe süsse H...!
Nun ist es schon wieder 5 Uhr und ich will Dir noch rasch ein Brieflein schrei­ben, bevor das Essen kommt. Ach mein herzallerliebstes Goldschätzchen, heute war wieder ein herrliches Wetter. Ich habe schon um 5 Uhr heut früh einen schö­nen Spaziergang gemacht. Habe mir die ganze HKL u. von verschiedenen Punkten den Iwan angeschaut. Na hier kann er ja mal kommen. Er wird sich ganz schön die Finger verbrennen. Mein liebstes Goldschätzchen, hier fehlt mir jetzt meine Freia sehr. Jetzt wo wir mal wieder an einem festen Ort u. in einer ruhigen Stellung sind, da vermisse ich sie. Sie würde sich bestimmt auch wohl fühlen hier. ...


267.
Osten, 23 April 1944
Meine über alles geliebte H...!
Es ist jetzt 18 Uhr und der Sonntag geht nun auch langsam zu Ende. Es war wieder ein sehr schöner Tag. Nun hat es leider noch angefangen zu regnen. mein herzallerliebstes Goldschätzchen, wie geht es denn auch Dir? Ich hoffe ja immer nur das aller Beste. Leider klappt es bei uns mit der Post mal wieder gar nicht. Es kommt einfach keine ran. Wir warten nun schon 10 Tage vergebens darauf. Na mein Goldschätzchen, das ist ja noch lange kein Grund, dass ich Dir nicht schrei­ben soll. Gestern kam ich leider nicht mehr dazu. ...

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einmal vor,der Krieg sei aus
140 Seiten, 10 Abbildungen
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Autor: Peter Engelhardt
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